In unserer Mutterstadt ist man ja einiges gewohnt, aber dass mitten in der City Raumschiffe landen, davon haben wir noch nie etwas gehört. Offensichtlich passiert das jedoch sehr häufig und wir sind Zeugen geworden – mitten im Kaffee Burger! Die COSMONAUTIX sind mit ihrem Raumgleiter Buran mitten auf der Bühne im Kaffee Burger gelandet. Sie kamen auch nicht mit leeren Händen. Mitgebracht haben sie ‚Russian Balalaika Speedfolk‘. Im Kreml möchte man die COSMONAUTIX nicht kennen, aber wir wollen unbedingt mehr über sie und ihr Mitbringsel erfahren. Wir haben sie getroffen und für euch alles über diese außergewöhnlichen Besucher aus dem Weltraum in Erfahrung gebracht.

 

Ihre Geschichte beginnt am 15.November 1988. Das nagelneue russische Shuttle ‚Buran‘ erstrahlte in vollem Glanz, senkrecht in den Zenit zeigend, parallel zur monströsen Trägerrakete ‚Energija‘. Es waren keine 5 Minuten zum Start, da Entschied Moskau, 4 Kosmonauten mit auf den ersten Testflug des Raumgleiters zu schicken. Als aber 203 Minuten und 2 Erdumkreisungen später die Luke von ‚Buran‘ geöffnet wurde, war kein Besatzungsmitglied mehr an Bord! Bis heute will man im Kreml nichts von den 4 verloren gegangenen Kosmonauten wissen.

 

Die COSMONAUTIX das ist die Besetzung des Raumschiffes Buran. Sie setzen sich zusammen aus dem Berliner Captain Morgan Nickolay (Gesang, Balalaika, E-Balalaika), dem 1. Offizier Artem Urbach (Gitarre, Geige) aus der Ukraine, Sergey Lukov (Power-Bajan) aus Bulgarien und Yuri Prinz (Schlagzeug) aus Russland. Zusammengefunden haben sich die Jungs auf dem russischen Raumfahrtbahnhof Baikonur, in Kasachstan. Die meiste Zeit, halten sie sich, wie es für Kosmonauten so üblich ist, im Kosmos auf und kommen hin und wieder zu uns auf die Erde, um uns ihre einzigartige Show mit ‚Russian Balalaika Speedfolk‘ zu präsentieren.

 

 

Auf die Frage was ihr Raumschiff ausgerechnet nach Berlin verschlagen hat, sagen sie, das sei reiner Zufall gewesen, aber sie sind froh, dass es so gekommen ist und sie nicht auf irgendeinem Exoplaneten gelandet sind. Sie lieben coole Clubs und Events und sind froh, wenn ihr Kurs sie dorthin führt. So waren sie schon in Berlin auf dem Karneval der Kulturen, der EM-Fanmeile oder zu Gast bei Robert Sokos BalkanBeats im Lido, bei ihren Baikaltrain-Disco-Kameraden im UT Connewitz in Leipzig, im Klub Matrix in Prag und vielen Festivals in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Tschechien und der Slowakei. Doch Berlin ist und bleibt für sie etwas ganz besonderes, denn (O-Ton): „Wir meinen zwar, dass das Magnetfeld der Erde gestört ist, doch eigentlich ist es auch Berlin selbst, was gestört ist, wir sind uns jedoch einig, dass diese Stadt einfach super und die geilste Metropole der Erde ist! Wir nennen sie deshalb auch liebevoll Nowy Berlinsk.“

 

Und was ist nun eigentlich ‚Russian Balalaika Speedfolk‘, den ihr uns aus den unendlichen Weiten des Kosmos mitbringt? Captain Nickolay antwortet auf diese Frage: „RBS ist eine der größten Entdeckungen osteuropäischer Musikkultur. Das einmalige Produkt, welches entsteht, wenn vier durchgedrehte Kosmonauten aus vier verschiedenen Ländern mit ihrer jeweiligen Musik, zu viel Wodka und viel zu wenig Sauerstoff im Kosmos über Jahre alleingelassen werden. Ein explosives Gemisch aus russischer und ukrainischer Folklore, angereichert mit Polka, Rock, Ska und Klezmer. Dieses unvergessliche Stück musikalischer Raumfahrtgeschichte wurde bereits in der Schwerelosigkeit aufgenommen, unter dem Namen ENERGIJA auf Scheibe gepresst und ist mit jedem irdischen CD-Abspielgerät kompatibel. Wer bisher auf Walgesang oder sonstige Klänge aus dem Ozean scharf war, erhält mit ENERGIJA das Konkurrenzprodukt aus dem Kosmos.“

 

Wir wollten auch wissen was die Zukunft für die COSMONAUTIX noch bereit hält und ob sie jemals wieder in ihre Heimat zurückkehren werden. Dazu sagte der Captain: „Wir sind Kosmonauten und Wissenschaftler. Wir glotzen auf Radarschirme oder Steuer-Panels und in keine Glaskugel. Auch spielen wir lieber Karten, als sie uns zu legen, daher können wir nicht sagen, was die Zukunft bringen wird. Ein weiterer Grund warum wir immer wieder in Berlin landen ist der, dass unser Bordcomputer ebenfalls gestört ist. Sergey wollte das Problem schon längst behoben haben, aber diese verdammten Zielkoordinaten hecken sich überdurchschnittlich häufig in den Autopiloten und so nehmen wir ständig wieder Kurs auf Berlin. Vielleicht kriegt der Sergey das ja mal repariert, damit wir endlich den Orbit der Erde verlassen und Kurs auf den Roten Party-Planeten nehmen können. Na Sdarovje!“

 

Wir hoffen der Computer bleibt noch eine ganze Weile gestört und unsere Mutterstadt auch, denn das ist es was unsere Stadt so liebenswert macht. Schon jetzt ist wieder eine Störung in unserer Region erkennbar und so wird die Buran, am 21. Juni 2013, Kurs auf die Fête de la Musique in Potsdam nehmen. Im Gepäck haben die COSMONAUTIX natürlich ihren ‚Russian Balalaika Speedfolk’. Wir freuen uns auf noch viele weitere Störungen in unserem regionalem Magnetfeld und im Bordcomputer der COSMONAUTIX. 



Foto: Carolin Mattke

Foto: Carolin Mattke

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Beitrag erschien im Vorgängerblog am 12.06.2013

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