Kann das weg oder ist das doch Kunst? Wenn wir mit irgendetwas nicht mehr so viel anzufangen wissen, schmeißen wir es gern mal weg. Besonders technisch will man immer auf dem neuesten Stand sein und so fristen ausrangierte Handys, Computer oder Kameras oft ein einsames Dasein im Schrank, wenn sie denn nicht entsorgt werden. Hier ist nur das Problem, dass viele Leute Ihre Elektrogeräte nicht richtig entsorgen. Diese müssten eigentlich gesondert recycelt werden. Da dies aber leider oft nicht beachtet wird, gehen allein 20 Tonnen Gold jedes Jahr verloren. Es geht aber natürlich auch anders: MUHARREM BATMAN recycelt nicht gesondert, sondern besonders.

 

BATMAN macht aus Elektroschrott vielgefragte Kunst. Die Anfänge seiner Idee kennt jeder von uns in irgendeiner Form. Er wollte etwas Dekoratives haben, irgendetwas Künstlerisches. Aber egal was er sich anguckt, er erkennt sich darin nicht wieder. Es gefällt ihm nicht. „Wenn es nichts gibt, was ich haben möchte, muss ich es halt selber machen.“ Technik und Elektrogeräte sind seine Leidenschaft und zu seiner Inspiration geworden. Aus vielen verschiedenen Bauteilen, wie Leiterplatten, Transistoren, Drähten und Kabeln, erschafft er ein neues Kunstwerk.

 

BATMAN schraubt und bastelt gerne. So hat er mit seinem Elektroladen wirklich sein Hobby zum Beruf gemacht. Nebenbei arbeitet er an seinen Kunstprojekten, aber die zweite Geige spielen sie deshalb noch lange nicht. Er nennt das alles liebevoll „Kunst und Computer“. Sein erstes Werk war eine Festplatte eingeschraubt in ein medizinisches Kopfschraubgerät. Er, als Elektrodoktor, fand die Idee amüsant, dass anstelle eines menschlichen Gehirns das Gehirn eines Computers untersucht wird. 

 

„Die filigrane Arbeit überlasse ich aber meiner Schwester und meiner Assistentin Judith. Ich bin da zu ungeduldig.“, erzählt BATMAN. Jedes Kunstwerk ist also eine Gemeinschaftsleistung. Seine Schwester Ayse war erst überhaupt nicht begeistert. Kunstwerken aus Schrott stand sie ziemlich skeptisch gegenüber. Doch ihr Bruder überredete die gelernte Floristin es einmal zu probieren und gab ihr Materialien. Die Reaktionen auf ihr erstes Werk waren überraschend positiv, sodass sie doch noch Feuer und Flamme für die ungewöhnliche Dekoration wurde.

 

Doch bei Kunst ist nicht Schluss, denn BATMAN sieht sich auch als Aufklärer. Er versucht möglichst viele Menschen mit seinen Kunstwerken zu erreichen, um ihnen dann mehr Informationen zu Schrott, Recycling und Umwelt näherzubringen. So warnt er zum Beispiel vor den angeblichen „Sparlampen“. Er erklärt, dass das giftige Quecksilber im Innern der Birnen sehr gefährlich ist, sollten sie einmal kaputtgehen. Außerdem kostet die Entsorgung auch deswegen Unsummen und so lohnt sich die eventuell günstigere Herstellung nicht mehr. „Es wird nur mit unserer Gesundheit gespielt“, sagt BATMAN.

 

„Mit der Kunst habe ich auch die Chance höhere Schichten zu erreichen. Stelle ich mich neben einen Schrotthaufen wird mir keiner zuhören. Verarbeite ich den Schrott jedoch zu Kunst, habe ich ihre Aufmerksamkeit.“ Sein Traum ist es sogar eine kleine Modenschau mit seiner Elektro-Kollektion zu veranstalten, oder zumindest bei einer dabei zu sein. Aber BATMANS „Mission“ spielt sich nicht nur in den gehobenen Schichten ab, sondern auch bei den ganz Kleinen. Er bietet Kindergärten und Grundschulen die Möglichkeit bei ihm im Laden vorbeizugucken und er zeigt den Kleinen alle möglichen Elektrogeräte aus der entfernten und nahen Vergangenheit, vom Plattenspieler bis zur Polaroid Kamera. Und so vermittelt er den Kindern, dass es nicht immer das neueste iPhone sein muss, wenn das alte Handy noch funktioniert und wenn es doch einmal etwas Neues sein darf, lernt man wozu das Alte noch dienen kann.


Seinen Elektroschrott kann man bei MUHARREM BATMAN im Laden abgeben, damit dieser dann auch richtig entsorgt wird. Aber vielleicht ist es gar kein Müll, den man in den Händen hält, sondern Ressourcen, wie BATMAN es nennt. Wenn man zweimal nachdenkt und sich überlegt „ach, eigentlich würde ich es schon gerne behalten…“, dann kann BATMAN auch so gut wie alles reparieren. Schaut doch mal im Laden vorbei!

Muharrem Batman
Hermannstraße 211
12049 Berlin
Tel.: 030/69519101

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Beitrag erschien im Vorgängerblog am 14.01.2014

Autor: Sophie Jüterbock

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